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Günter Berger


Jacques-Louis Ménétra

Tagebuch meines Lebens
 


 ISBN 978-3-88571-398-2
348 Seiten, 16 Abbildungen
Euro 26,90

 

 

 

Es ist ein seltenes Glück, Aufzeichnungen wie die von Jacques-Louis Ménétra, der am 13. Juli 1738 als Sohn eines Glasermeisters in Paris geboren wird, heute in Händen halten zu können. Obgleich ein großer Teil der Pariser Bevölkerung um die Mitte des 18. Jahrhunderts bereits lesen und schreiben konnte, wurden diese Fähigkeiten doch meist zu geschäftlichen oder anderen offiziellen Zwecken eingesetzt. Niederschriften, in denen ganz bewusst Persönliches und Intimes für die Nachwelt festgehalten ist, sind hingegen rar – ebenso wie der Umstand, dass sie uns vollständig und unversehrt erhalten geblieben sind.

             

Mit Ménétra lernen wir zunächst das vorrevolutionäre Paris kennen und auch die französische Provinz. Nachdem er als Elfjähriger die Lehre im väterlichen Betrieb begonnen hat, geht er 1757 auf Gesellenwanderung durch halb Frankreich. Er ist ein abenteuerlustiger junger Mann, dem Alter und Stand keine Grenzen zu setzen scheinen, vor allem innerhalb der Damenwelt, wo er unzählbare Eroberungen macht, selbst unter dem Adel – sein Zeitgenosse Giacomo Casanova wirkt dagegen geradezu blass. Er beweist Kultur- und Naturinteresse, wenn er Sehenswürdigkeiten besucht und sich für die ihm unbekannten Land-schaften begeistert. Und er ist mutig und äußerst sportlich. Kein Gegner kann ihn mit dem Degen oder auf dem Tennisplatz bezwingen.

             

Mutig und entschlossen stellt er sich auch den alltäglichen wie geschichtlichen Herausforderungen seiner Zeit, sei es an Bord eines königlichen Kaperschiffs im Siebenjähigen Krieg, im Brandeinsatz bei der Pariser Feuerwehr oder 1792 bei der Erstürmung des Palais des Tuileries, der letzten Wohnstätte der königlichen Familie.

             

Ménétra nimmt uns mit auf eine rasante Reise durch ein turbulentes Leben in einer pulsieren-den Weltmetropole und in unruhigen Zeiten. Das „Tagebuch“ liest sich so spannend, dass man es nicht mehr aus der Hand legen möchte.


Günter Berger, Dr. phil., war von 1986 bis 2012 Professor für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zur französischen Literatur der Aufklärung, darunter zur Enzyklopädie, zur populären Kultur im Frankreich der Frühen Neuzeit, vor allem zur Bibliothèque Bleue, die mittelalterliche Erzählungen für ein breites Publikum bereitstellte, und zum Memoirenroman dieser Epoche, in dem sich Fakten und Fiktionen munter mischten.

 

 

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